Theater in der Kreide

Theaterkritiken

Für unser nächstes Theaterprojekt (2012/2013) suchen wir noch Schauspieler.
Kontakt: Reinhard Stähling 0175 2943162

Die 2002 Inszenierung:

Die 2004 Inszenierung:

Die 2005 Inszenierung:

Die 2008 Inszenierung:

Die 2003 Inszenierung:

Die 2007 Inszenierung:

Die 2009 Inszenierung:

Plakat Galilei

Die 2010 Inszenierung:

Das semi-professionell arbeitende Ensemble um Regisseur Dr. Reinhard Stähling gehört seit 1998 der freien Theaterszene in Münster an. Als eine von vielen Gruppen gibt man sich dort in Geldfragen keinen großen Illusionen hin. Folglich ist der Name Programm: Zwar ohne Geld, doch dafür finanziell unabhängig, gelingt es immer wieder mit einfachen Mitteln kompromisslos und ohne Scheu vor großen Namen erfolgreich Theater zu machen.

Der Erfolg begründet sich vor allem auf dem Konzept, Stücke gegen jede Erwartungshaltung spektakulär und clownesk zu inszenieren, so dass dem in die Handlung einbezogenen Publikum mit viel Turbulenz, reichlich Improvisationund deftigem Spaß inhohem Maße vergnügliches Volkstheater geboten wird. Dabei bleibt der Charakter eines jeden Stückes unangetastet.

Die 2011 Inszenierung

Zum 100. Geburtstag von Max Frisch: Biedermann und die Brandstifter

Aufführung Tag Datum Ort Beginn Kartentelefon
Biedermann
und die Brandstifter
Freitag 25.11.2011 Bürgerhaus Kinderhaus, Münster Idenbrockplatz 8 20:00 0251 492-1616
Biedermann
und die Brandstifter
Samstag 26.11.2011 Bürgerhaus Kinderhaus, Münster, Idenbrockplatz 8 20:00 0251 492-1616
Biedermann
und die Brandstifter
Samstag 21.01. 2012  Osnabrück, Erstes unordentliches
ZimmerTheater, Lohstraße 45a
20:00 0541 3232202
Biedermann
und die Brandstifter
Samstag 28.01. 2012 Senden, Friedenskapelle, Grüner Grund 5 19:00 02597 98683
Biedermann
und die Brandstifter
Samstag 18.02.2012 Sendenhorst, Haus Siekmann, Weststr. 18 20:00
Biedermann
und die Brandstifter
Sonntag 26.02. 2012 Lüdinghausen, Ricordo, Sendener Str. 8, www.ricordo.de 19:00 02591 940750
Biedermann
und die Brandstifter
Samstag 10.03. 2012 Münster, Bennohaus 20:00 0251 609673
Biedermann
und die Brandstifter
Samstag 17.03. 2012 Nordwalde, Forum der Kardinal-von-Galen-Gesamtschule Amtmann-Daniel-Str. 32 20:00 Veranstaltung
des Kulturvereins
Einlass jeweils 30 Minuten vor Beginn

Als eines Abends ein Fremder ohne zu klopfen Biedermanns Wohnzimmer betritt, gerät die altbewährte bürgerliche Ordnung durcheinander. Trotz seines Verdachtes, dass der Fremde ein Brandstifter sei, lässt Biedermann ihn bei sich einziehen. Selbst als er Benzinkanister und einen Ex-Häftling ins Haus bringt, will Biedermann sich nicht mit der Wahrheit konfrontieren.

Max Frisch Figuren sind einsame, bürgerliche, aber auch absurd-komische Gestalten. Sie können sich nicht einmal mehr wehren, wenn es ihnen an die eigene Haut geht. Es ist die mit viel Witz und Ironie erzählte Geschichte vom Biedermann, der seine Leiche im Keller hat und doch ein guter Mensch sein will.

„20 Jahre nach der Uraufführung – das feuergefährliche Benzin auf dem Dachboden, das unser Gottlieb Biedermann riecht und das ihn ängstigt und das er als Haarwasser deklariert, hat sich inzwischen vermehrt: es reicht zum Weltenbrand.“
So schreibt Max Frisch 1978.

Nochmals sind mehr als 30 Jahre vergangen.
Wer Gehorsam gelernt hat, mit dem haben eben die Brandstifter leichtes Spiel. Biedermanns Widerstand ist nicht zu erwarten, wenn das Verbrechen organisiert zuschlägt.

Inszenierung: Reinhard Stähling
Musik: Thomas Hanke, Thomas Schnellen

Herr Biedermann: Armin Käthner
Frau Biedermann: Petra Schulte
Anna: Sophie Höerster
Herr Schmitz: Norbert Kauschitz
Herr Eisenring: Thomas Hanke
Ein Dr. phil.: Thomas Schnellen

Max Frisch

1911 Geburt in Zürich
1941 Anstellung als Architekt
1945 Uraufführung: Nun singen sie wieder
1947 Bekanntschaft mit Bertolt Brecht
1949 Uraufführung: Als der Krieg zu Ende war
1950 Tagebuch 1946-1949
1954 Stiller
1955 Aufgabe des Architektenberufes
1957 Homo Faber
1958 Uraufführung: Biedermann und die Brandstifter
1961 Uraufführung: Andorra
1964 Mein Name sei Gantenbein
1972 Tagebuch 1966–1971
1975 Montauk
1979 Uraufführung: Triptychon
1982 Blaubart
1991 Tod

Produktionen des „Theater in der Kreide“
Leitung: Reinhard Stähling

Herr Puntila und sein Knecht Matti

von Bertolt Brecht

Der Kaukasische Kreidekreis

von Bertolt Brecht

Bezahlt wird nicht

von Dario Fo

Dreigroschenoper

von Bertolt Brecht / Kurt Weill

Schweyk im zweiten Weltkrieg

von Bertolt Brecht

Turandot                                        

von Bertolt Brecht

Leben des Galilei

von Bertolt Brecht

Ich bin das Volk

von Franz Xaver Kroetz

Mutter Courage und ihre Kinder

von Bertolt Brecht

Der Hofmeister  

von J.M.R. Lenz / Bertolt Brecht

Foto-Galerie Generalprobe/Premiere Kritik NOZ vom 22.01.2012
Weitere Fotos und Kritiken
Die MUSIK ZUM STÜCK... von Frisch gibt es auf CD.
Hier und hier zwei Musikkritiken:

Probenfotos von Max Frisch: Biedermann und die Brandstifter (Fotos Friedel Callies)

Armin Käthner

Norbert Kauschitz

Petra Schulte

Thomas Hanke

Sophie Hoerster

Thomas Schnellen

Dr. Reinhard Stähling

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Zum Originalartikel der Neuen Osnabrücke Zeitung vom 22. Januar 2012

„Biedermann und die Brandstifter“ im Zimmertheater

Spiel mit dem Feuer

Osnabrück. Benzin oder nicht Benzin, das ist hier die Frage. Während sich der zwielichtige Herr Eisenring (Thomas Hanke) unübersehbar mit Kanistern, Zündkapsel und Zündschnur am Boden zu schaffen macht, kann Hausherr Biedermann (Armin Käthner) nur wie ein störendes Requisit dem Treiben zuschauen und große Töne von „Menschlichkeit“ spucken. Die drohende Brandkatastrophe vor Augen, lässt er sich dennoch von den bei ihm einquartierten Herren Eisenring und Schmitzbereitwillig mit Beschwichtigungen und Lügen einlullen.


Armin Käthner (links) als Herr Biedermann und Norbert Kauschitz als Herr Schmitz.
Foto: Swaantje Hehmann

Anlässlich des 100. Geburtstags von Max Frisch erarbeitet, gastierte das Theater in der Kreide aus Münster am Samstag mit dem ironischen Frisch-Klassiker „Biedermann und die Brandstifter“ im Zimmertheater und zeigte die fatalen Auswirkungen von Verblendung und Scheinheiligkeit. Reinhard Stählings Inszenierung, die mit einer skurrilen „Sicherheitsübung“ vom Polizistendarsteller Volker Stephan bereits im Foyer eingeleitet wurde, betonte den absurd-slapstickhaften Charakter des Stücks, in dem sämtliche Darsteller als austauschbare Typen mit clownesk weiß geschminkten Gesichtern auftraten.
Der dreckig lachende, aufdringliche Schmarotzer Schmitz (Norbert Kauschitz), das misstrauische Dienstmädchen Anna (Sophie Hoerster), die hilflos dreinblickende Biedermann-Gattin Babette (Petra Schulte) und nicht zuletzt der nervös auf der Stelle trippelnde Spießer Biedermann, der von „Menschlichkeit“ predigt, gleichzeitig einen von ihm ausgebooteten Erfinder ungerührt in den Selbstmord treibt – sie alle stehen für Typen, die gern mit dem Feuer spielen, ihre wahren Charaktere überspielen und sich bereitwillig von falschen Freunden blenden lassen. Die Absurdität der Handlung gipfelte in einer Zirkuseinlage, in der die Brandstifter, ähnlich wie Chaplins „Großer Diktator“, mit Benzinkanistern als ihren Machtsymbolen jonglierten.
Das Ende der ehrenwerten Biedermann-Gesellschaft wurde schließlich mit der sphärischen Synthesizermusik der Darsteller und Klangkünstler Thomas Schnellen und Thomas Hanke besiegelt. Der Rest war Schweigen.
Uta Biestmann-Kotte