Theater in der Kreide

Theaterkritiken

Turbulentes Brecht-Theater:
Für seine Produktion „Der Hofmeister“ sucht das etablierte Münsteraner Theater in der Kreide begeisterte Mitwirkende. Für Schauspiel, Tanz, Puppenspiel, Schneiderarbeiten, Musik und Akrobatik werden Leute gesucht, die ihr Talent testen oder beweisen wollen, auch Jugendliche.

Interesse?
Kontakt: Regisseur Reinhard Stähling,
0175-2943162.
Live zu erleben ist das Theater in der Kreide mit der Premiere von Brechts Mutter Courage am 11. Juni um 19 Uhr im Bürgerhaus Kinderhaus.

Die 2002 Inszenierung:

Die 2004 Inszenierung:

Die 2005 Inszenierung:

Die 2008 Inszenierung:

Die 2003 Inszenierung:

Die 2007 Inszenierung:

Die 2009 Inszenierung:

Plakat Galilei

Das Theater in der Kreide (TiK)

Schauspielerinnen und Schauspieler gesucht für Projekte in 2010.
Weitere Einzelheiten:
Bitte unverbindlich nachfragen unter 02534 2475 oder 0175 2943162

Das semi-professionell arbeitende Ensemble um Regisseur Dr. Reinhard Stähling gehört seit 1998 der freien Theaterszenein Münster an. Als eine von vielen Gruppen gibt man sich dort in Geldfragen keinen großen Illusionen hin. Folglich ist der Name Programm: Zwar ohne Geld, doch dafür finanziell unabhängig, gelingt es immer wieder mit einfachen Mitteln kompromisslos und ohne Scheu vor großen Namen erfolgreich Theater zu machen.

Der Erfolg begründet sich vor allem auf dem Konzept, Stücke gegen jede Erwartungshaltung spektakulär und clownesk zu inszenieren, so dass dem in die Handlung einbezogenen Publikum mit viel Turbulenz, reichlich Improvisationund deftigem Spaß inhohem Maße vergnügliches Volkstheater geboten wird. Dabei bleibt der Charakter eines jeden Stückes unangetastet.

Die 2010 Inszenierung:

Aufführung Tag Datum Ort Beginn Kartentelefon
Der Hofmeister von Brecht/Lenz, Rocktheater Samstag

neuer Termin
10.07.2010

Melle-Buer, Kulturwerkstatt Buer, Alter Handelsweg 22 14:00–
18:00
Öffentl. Probe –
Eintritt frei
Der Hofmeister von Brecht/Lenz, Rocktheater Freitag 10.09. 2010 Premiere Münster Bürgerhaus Kinderhaus, Idenbrockplatz 8 19:00 0251 492 4150
Der Hofmeister von Brecht/Lenz, Rocktheater Samstag 11.09. 2010 Münster Bürgerhaus Kinderhaus, Idenbrockplatz 8
19:00 0251 492 4150
Der Hofmeister von Brecht/Lenz, Rocktheater Samstag 25.09.2010 Senden, Friedenskapelle, Grüner Grund 5 19:00 02597 98683
Der Hofmeister von Brecht/Lenz, Rocktheater Samstag 02.10.2010 Melle-Buer, Kulturwerkstatt Buer, Alter Handelsweg 22 20:00 05427 921745
Der Hofmeister von Brecht/Lenz, Rocktheater Sonntag 14.11.2010 Ricordo, Lüdinghausen, Sendener Str. 8 19:00 02591 940750
Der Hofmeister von Brecht/Lenz, Rocktheater Sonntag 20.03.2011 Aula der Geistschule, Münster, Grevingstr. 24 19:00 0251 775432
Presseinfo /Programmankündigung
Der Hofmeister
von Jakob Michael Reinhold Lenz/ Bertolt Brecht

Das Schulwesen als „deutsche Misere“
– Warum heute den „Hofmeister“ spielen?

Gehört Deutschland heute zu den „Schurkenstaaten“, die Menschenrechte bewusst verletzen? Urteilen Sie selbst, ob Kinderrechte in deutschen Schulen geachtet werden: Der UN-Menschenrechtsbeauftragte Vernor Munos musste Deutschland ermahnen, weil manche Flüchtlingskinder heimlich zur Schule gehen müssen – in der Angst, erwischt und dann abgeschoben zu werden. Er kritisierte, dass Behinderte in Deutschland noch immer keine freie Schulwahl haben, obgleich eine entsprechende UN-Konvention seit 2009 geltendes Recht ist.

Zeit für das Theater in der Kreide, den Dingen auf den Grund zu gehen. Dabei stößt es auf die „deutsche Misere“ rund um die Schule, die schon Brecht in seiner Bearbeitung des „Hofmeister“ von Lenz aufs Korn nimmt.

Und der Klassiker von 1774 bekommt plötzlich seinen Ungehorsam zurück. Reinhard Stähling, selber Lehrer in Münster, inszeniert rotzfrech ein Stück über Schule im aktuellen Deutschland. Ein Protestschrei. Ein zweistündiges Stück schrilles, mitreißendes Rocktheater entsteht jeden Abend neu:  Über allem schwebt improvisierte Rockmusik von Thomas Hanke (Gitarre und Laute) und Thomas Schnellen (Pecussion und elektronischer Klang). Dokumentaraufnahmen über die Processione dei Misteri di Trapani von Luca Lucchesi und Hella Wenders, die sie 2008 in Sizilien gedreht haben, sprengen den Rahmen.

Wieder einmal – nach den gefeierten Inszenierungen von Brecht Klassikern wie  „Mutter Courage“ oder „Galilei“  – beweist dieses münstersche Theater seine Meisterschaft zur schonungslosen Satire.

Probenfotos von B. Brecht, J. M. R. Lenz: Der Hofmeister (Fotos Friedel Callies)

Felix Stähling, Download 7,4 MB

Felix Stähling, Download 3,9 MB

Thomas Hanke

Frederik Stähling, Download 2,8 MB

Thomas Schnellen

Petra Schulte

Norbert Kauschitz, Download 3,6 MB

TiK 2010, Download 6,3 MB

TiK 2010, Download 4,1 MB

Mutter Courage und ihre Kinder von Bertolt Brecht
Gespielt vom Theater in der Kreide Münster
Das Wirtschaftssystem hat Grippe. In ihrem Fieber verbrennen zuerst Hypotheken, dann ganze Banken, mal eben Tausende Arbeitsplätze und schließlich – zu deren Rettung – Milliarden Euro an Steuergeldern. Ja, gilt denn die Gleichung „Friede + Freude = Eierkuchen“ nicht(s) mehr? Wenn nein, stimmt dann wenigstens wieder „Krieg + Katastrophe = Konjunkturmotor“? Das münstersche Theater in der Kreide möchte Antworten und fragt nach bei Bertolt Brechts Mutter Courage (und ihren Kindern).

Brechts Klassiker von 1939 in der Inszenierung von Dr. Reinhard Stähling feiert im Juni in Münster Premiere. Das Stück erhält in Zeiten der globalen Wirtschaftskrise eine eigentümliche Aktualität. Denn für ein vermeintlich gutes Geschäft nimmt Mutter Courage auch den Verlust von Menschenleben in Kauf und gibt dabei sozusagen ihre eigenen Kinder in Zahlung. Kriegsgewinnlerin wird sie, soviel wissen wir aus dem Deutschunterricht, dadurch nicht, allenfalls Pyrrhussiegerin.

Keine Mutter Courage ohne Kinder: Vielfach erprobt greift das Theater in der Kreide auch bei seiner neuen Inszenierung auf Jugendliche als Darsteller zurück. Große künstlerische Momente verspricht allerdings auch die Besetzung der Titelrolle durch den gleichermaßen wunder- wie wandelbaren Armin Käthner. Ihm ste ts an der Seite: Norbert Kauschitz in vielen Rollen. Regisseur Stähling inszeniert das Sück gewohnt rotzfrech gegen die Kriegstreiberei auch im aktuellen Deutschland. Zwischen die Szenen ist Wim Wenders Kurzfilm „War in Peace“ gesetzt, den der Filmemacher 2007 in Afrika gedreht hat. Auch hier stehen Kinder im Mittelpunkt.

Wer glaubt, bereits alles von Brecht in allen denkbaren Versionen gesehen zu haben, sollte das dringend überprüfen: Nach Turandot, Galilei kitzelt das Theater in der Kreide jetzt bei Mutter Courage und ihre Kinder schonungslos den Witz aus der Sache heraus. Die Erfolgsgeschichte der turbulenten Brecht-Inszenierungen ist noch längst nicht zu Ende erzählt.

Probenfotos von Brecht: Mutter Courage (Fotos Friedel Callies)

Armin Käthner, Download 3008 x 2000 px (3877419 Byte)

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Norbert Kauschitz, Download (3143337 Byte)

Felix Stähling

Frederik Stähling

Der Regisseur

Fotos der Uraufführung in Münster Kinderhaus (Fotos Friedel Callies)
Mutter Courage in Lüdinghausen am 20.6.09
Mutter Courage beim Kulturverein in Mettingen am 20.03.2010