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Unna. (rs) Harte Theaterkost einmal leicht serviert: Dass man auch an einem sonnigen Samstagabend einen Klassiker wie "Das Leben des Galllei" von Bertold Brecht verdauen kann, bewies das "Theater in der Kreide" aus Münster im Kühlschiff der Lindenbrauerei. Den Zuschauern schmeckte die pointenreiche Inszenierung.
Für die gerade mal 20 Gäste begann das Theater bereits gleich riachdem sie die Abendkasse passierten: Im Vorraum zum Kühlschiff wurden sie von einem pseudo-italienischen Kellner herzlich in Empfang genommen, der seine Kundschaft mit fingiertem südeuropäischen Dialekt der Reihe nach verulkte, ihnen beim eigentlichen Theaterstück später aber als Sprecher beim Szenenwechsel weiterhalf.
Regisseur Reinhard Stähling hatte das „Leben des GaIilei“ zum zehnten Geburtstag des „Theaters in der Kreide“ in besonders heiterer Form auf die Bühne gebracht.
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Die pointenreiche Inszenierung gefiel dem Publikum: Allerdings blieb der große Zuspruch zum „Leben des Galilei“ aus. (Bild: KD)
„Wir wollten bei diesem Theaterstück ein bisschen gegen den Strich bürsten“, erklärte er. Das fünfköpfige Schauspielensemble, darunter auch Stählings Söhne Felix (12) und Frederik (9), präsentierte so die eigentlich tragische Geschichte des Wissenschaftlers Galileo Galilei, der nach seiner Erkenntnis, dass die Erde nicht Mittelpunkt des Universums steht, mit der katholischen Kirche in Konflikt sgeriet, auf amüsante Art, ohne dabei ins Lächerliche abzudriften.
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Besonders überzeugte Armin Käthner in der Hauptrolle des Galileis, der als zerstreuter Wissenschaftler über die Bühne tobte und immer wieder wild gestikulierend zeigte, wie eng Genie und Wahnsinn beieinander liegen: Zwar erklärte er leicht verständlich mit einem umgedrehten Fahrrad und einer Milchflasche wie sich die Erde um die Sonne dreht, dann aber wieherte er wie ein Pferd, hüpfte als quakender Frosch umher und verfiel in eine Körperstarre, die sich nur noch mit einem Cocktail aus Milch und Waschwasser auflösen lies.
Neues Stück in Planung
Regisseur Reinhard Stähling hat mit seinem „Theater in der Kreide“ bereits das nächste Projekt im Visier: Das Stück „lch bin das Volk“ von Franz Xaver Kroetz, in dem es um Rechtsradikalismus nach dem Fall der innerdeutschen Mauer geht, wiIl er für das kommende Jahr auf die Bühne bringen.
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